30.12.2010 – Die Ankunft / 1st Time TimeSquare / Tron3D

Wie es sich das für eine Reise gehört, begann der Tag früh, um nicht zu sagen sehr früh, genauer gesagt um 5 Uhr morgens guter, alter Deutscher Winterzeit. Nach dem letzten Packen von Kulturbeutel und den letzten Kabeln und Adaptern, führte mich der Weg zur S1, bzw. über Neufarn zum Flughafen. Nach diversen Security Checks, die glaube ich bei keine anderen Land so streng sind, wie beim Einreisen in die USA, konnte ich mal wieder einen neuen Bereich des Münchener Flughafens kennen lernen, in dem die US-Reisenden noch einmal gezielt durchsucht und -leuchtet werden.

Die Maschine der Continental, gebucht über United, war nicht ganz pünktlich. Dem Rückenwind sei Dank kam unsere 767-200 trotz der 40 Minuten Verspätung früher als geplant an. Der nicht ganz 8 Stunden Flug war gut verpflegt und mit einem abwechslungsreichen Bordkino bestückt, deren (ich glaube es waren) 8 Kanäle von Spielfilmen zu CSI jeweils ein sich wiederholendes 2,5 Stunden Programm abspielte. Schön auch, dass inzwischen jeder Sitz einen eigenen Bildschirm besitzt. Außerdem konnte man mit der angekabelten Fernbedienung auch eine Reihe von simplen Videospielen zocken, zumindest wenn alle Tasten noch vorhanden waren. So konnte ich noch knapp zwei Stunden schlafen.

Nach Immigration und Zoll, was beides recht schnell von Statten ging, führte mich der Weg über eine Airrail – das sind völlig automatisch fahrende Magnetbahnen, die die Terminals des Newark Liberty Flughafens miteinander und dem Bahnhof verbinden – zum Zug gen New York Penn Station. Nach gut 40 Minuten im Stehen, weil der Zug bis auf den letzten Platz besetzt war, stand meine letzte Etappe an, die sich dann doch ein klein wenig komplizierter gestaltete als gedacht:

Um die Subway nutzen zu können holt man sich seit wenigen Jahren eine Metrokarte, die man wahlweise als Zeitbezogene Flatrate oder mit Guthaben befüllt, wobei jede Fahrt egal wie lange 2,25$ kostet. Diese sollte man am besten via Kreditkarte bezahlen oder, wenn in Bar, sollte man es möglichst schon passend haben, der Automat gibt nur maximal 6$ zurück. Sonst wird der Vorgang abgebrochen und man muss nochmal von vorne beginnen – bei längeren Schlangen während der Hauptzeit sorgt das für böse Gesichter bei den Mitanstehenden.

Direkt fielen mir die Menschenmassen auf, die in der Subway unterwegs waren und das obwohl (oder vielleicht gerade) ich Mittags unterwegs war. Da muss man aufpassen, nicht unter die Räder zu geraten und sich schnell an das Tempo zu gewöhnen -> New York ist nichts fürs gemächliche Bummeln. Gegen 4pm war ich dann endlich bei meinem Hotel in Queens nahe der Queensboro Plaza.

Trotzdem ließ ich mir es nicht nehmen, nach einer kurzen Erfrischung Pause noch einmal aufzubrechen und dem TimeSquare meine Aufwartung zu machen. Ich hab in meinem bisherigen Leben nichts Vergleichbares gesehen! Was dort an audiovisueller Werbung abgefeiert wird ist schon beängstigend. Fast alles sind animierte Videoscreens die für Autos, Kinofilme oder TV-Serien bis hin zu Schönheitsprodukten werben.

Last, but not least, musste ich dem Nerd in mir zu seinem Recht verhelfen und habe mir Tron Legacy in 3D im AMC Multiplexkino angesehen – ein Kino, das den Namen Multiplex mehr als verdiente, mit sage und schreibe 25 Kinosälen auf 5 oder 6. Stockwerke verteilt.

Zum Film: Tron Legacy ist ein kurzweiliger und perfekt audiovisuell umgesetzter Blockbuster, der nur in Sachen Story viel zu vorhersehbare Bahnen zieht. Für einen Disney Film, ist er daneben auch sehr düster geworden und trotzdem hier nur PG (Kinder unter Aufsicht der Eltern). Mir hat’s trotzdem (oder gerade deswegen) gefallen, und ich werde ihn mir in Deutschland sicher nochmal ansehen. Alleine die Lichtrennerduelle in 3D sind eine Augenweide! Sowohl Anfang und auch Ende des Films sind übrigens 2D, worauf eine Schrifttafel am Anfang des Film hinweist.

Erzählt wird die Geschichte von Sam Flynn (Garret Hedlund), Sohn des Großen Encom CEOs Kevin Flynn (Jeff Bridges). Letzterer ist allerdings seit Jahren verschollen. Erst als Alan Bradley (Bruce Boxleitner), ein alter Freund von Kevin und dessen Interessenvertreter bei Encom, eine Nachricht auf einem alten Pager bekommt, die anscheinend aus Kevins ehemaligen Büro kommt, führt Sam auf die Spur. Es kommt wie es kommen muss und ähnlich Teil 1 landet nun der Sohn in der Computer-Dimension, in der die Programme die virtuellen Abbilder ihrer Programmierer sind.

Doch aus dem einstigen, freien Datenparadies ist erneut eine Digitaldiktatur geworden, die ausgerechnet von Klu angeführt wird, der Kevin Flynns Programmgegenstück ist. Um den Vater, der hier seit seinem Verschwinden gestrandet ist, schickt Klu Sam auf den Spieleraster, wo er nur knapp ein Laserrennerduell überlebt und im letzten Moment von Quora (sexy Olivia Wilde), der Schülerin Flynns gerettet wird.

Wie schon in Teil 1 will das digitale Reich und Vater und Sohn in die Wirklichkeit befreit werden. Ob das klappt gibt es hierzulande Ende Januar im Kino.

Sowohl Bilder als auch die Mischung aus 8bit Elektrosound und klassischem Orchester der Gruppe Daftpunk passen perfekt zusammen und nehmen uns mit auf eine visuelle Achterbahnfahrt, die speziell für 3D gemacht wurde, sprich die Technik für einige schöne Aktionszenen nutzt. Von mir zwei Daumen rauf, wenn man mit der Story leben kann!

Übrigens in derselben Straße wie mein Kino, bzw. zwei Häuser früher, hat Madame Tussauds und Ripleys Attractions Ihren Sitz. Nachdem beides für mich nur mäßig spannend war, bin ich dann lieber direkt zurück ins Hotel, es war auch schon halb 11. Leider stand im Hotelzimmer kein eigentlich versprochenes WLAN zur Verfügung, deshalb bin ich auf öffentliche WLANs angewiesen war und daher erst nachträglich meinen Reisbericht bloggen konnte. Gerade Mobiles Internet hilft einem bei seinen Planungen und der Orientierung am Anfang immens. Wehe mir wenn die erste T-Mobil Rechnung ins Haus flattert…

Am nächsten Tag stand dann Silvester am Times Square an, aber das ist eine völlig andere Geschichte und die gibt’s mit dem zweiten Teil meiner Odyssee de New York.

In diesem Sinne,

Euer Falk

Anmerkung:

Dies ist ein persönliches Tagebuch meiner ersten Reise zum größten Apfel der Welt. Ich beschreibe darin Erfahrungen, die ich gemacht habe, Dinge die ich gesehen habe und welche Tipps ich anderen geben würde. Es ist kein Ersatz für einen Städteführer noch eine Garantie für die Richtigkeit, jeder getroffenen Aussage. Vielmehr habe ich versucht, in lockerem Stil meine Sicht zu Papier – bzw. Bits und Bytes zu bringen. Wer einen informellen Artikel zum Thema New York lesen möchte, der sollte Googeln oder National Geographic lesen!