Mass Effect’ed

Nicht weniger als die nächste Generation des Rollenspiels will Mass Effect sein. Dieser Anspruch kommt aber nicht von ungefähr schließlich steht die Kultschmiede Bioware, die uns neben „Baldurs Gate“ auch die „Knights of the Old Republic“ und „Jade Empire“ beschert haben, hinter dem ehrgeizigen Projekt. Geboten wird eine Einsteiger freundliche Mischung aus Aktion-RPG mit Adventure Elementen in einer graphisch Opulenten Spielewelt mit gehörigem Maß an Atmosphäre und einer dichten und epischen SF-Story.

Zur Story
Der Spieler übernimmt die Kontrolle über Shepard – wahlweise männlich oder weiblich – auf einer Mission, in der er / sie sich für die Eignung als Spectre, eine Art intergalaktischer Geheimdienst, bewähren soll. Natürlich kommt alles ganz anders und am Ende finden wir uns mitten in einem intergalaktischen Abenteuer wieder an dessen Ende die Rettung der gesamten Galaxis vor einer erbarmungslosen Maschinenrasse bewerkstelligt werden muss. Dabei stehen bis zu sechs Helfer zur Verfügung, von denen immer jeweils zwei vor einer Mission ausgewählt werden.

Der Einstieg
„Willkommen in der Datenbank des Allianzmilitärs geheime Informationen angefordert!“
Bereits die Erstellung eines Charakters beginnt sehr atmosphärisch und erinnert ein wenig an die guten alten „Command and Conquer“ tage. Über den Button „Mit Datenbank verbinden“ erhalten wir zum einen die Möglichkeit den Standard Charakter „John Sheppard“ auszuwählen, uns eine neue ID zu vergeben oder eine bestehende ID auszuwählen.

Bei einer neuen ID lassen sich entweder „Schnellstart Charaktere“ auswählen, oder man baut sich sein Alterego individuell zusammen. Nach der Wahl eines Geschlechts und eines Namens wird man erstmal nach einer Vorgeschichte (Raumfahrer, Kolonist oder von der Erde), einem Psychologischen Profil (Einziger Überlebender , Kriegsheld oder Skrupellos) und eine Militärische Spezialisierung (Soldat, Techniker, Experte, Infiltrator, Wächter oder Frontkämpfer) befragt.

Dann wird man mit einer unglaublichen Vielfalt an „Aussehen“-Optionen bombardiert, die für jeden Individualistien eine wahre Freude sind.
Hat man sich sein Wunschaussehen definiert geht es gleich los. Nach einer kurzen sehr Stimmungsvollen Introanimation die praktisch ausschließlich vom Spieleengine gerendert werden und sehr deutlich dessen Fähigkeiten zeigen. Es folgen einige erste Dialoge, bevor die „Trainingsmission“ startet. Hier kann sich der Spieler mit der Steuerung auseinandersetzen.

Kennt man schon andere Titel von Bioware fällt die Orientierung allerdings recht leicht. Wieder ist es möglich, das Spielgeschehen mittels „Pause“ –Funktion zu unterbrechen. Wer auf einen klassischen Shooter aus ist, wird bei Mass Effect nicht weit kommen, vielmehr steht Taktisches Geschick im Vordergrund, vor allem, wie effektiv man seine beiden Begleiter einsetzt.

Zum Gameplay
Aufgrund seiner sehr intuitiven Steuerung ist der Einstieg in Mass Effect sehr einfach. Besonders, wenn man vorher bereits das eine oder andere Spiel der Bioware’ler schon gespielt hat. Eine neuerung, bzw. eine Ergänzung ist der verbesserte Kampf Modus. Anders als andere Titel steht hier das Taktische Geschick im Vordergrund. Mittels Space-Taste lässt sich das Spiel in eine Art Pausen Modus versetzen, so dass der Spieler in Ruhe seine im jeweils zur Verfügung gestellten Team Mitglieder kommandieren kann. Manche Situationen lassen sich aber auch durch geschicktes Handeln bereinigen. Nett gemacht ist auch die Interaktive Reisekarte, mit der sich der Spieler im gesamten bekannten Universum umsehen kann und einige Nebenquests absolvieren kann.

Gesinnung
Wie bei allen bisherigen Bioware Titeln spielt die Gesinnung eine große Rolle. So auch bei Mass Effect. Allerdings hat sie diesmal nicht annährend so große Auswirkungen wie beispielsweise bei den Knights oft he Old Republik. Am Ende bleiben zwei Spielbare Enden wobei man auch noch kurz vor Schluß das Ruder herumwerfen kann.

Charakterentwicklung
Wieder ein Highlight ist die Chemie zwischen dem Protagonisten und den Weggefährten. Wieder dabei natürlich auch wieder die obligatorische Liebesgeschichte, der der Spieler folgen kann, aber nicht muss. Unabhängig ob Mann oder Frau stehen zwei Love-Interests zur Verfügung. Dabei steht am Ende eine harmlose Sex-Szene, die allerdings bei den moralischen Sittenwächtern zu einer Erschütterung der Macht führte, auch wenn hier nur Andeutungen zu sehen sind.
Ein ganzes Universum.

Das Universum in dem Mass Effect spielt ist neu und wurde maßgeblich von Drew Karpyshyn der bereits an anderen Bioware Spielen mitgearbeitet hat, aber sich auch schon mit StarWars Romanen einen Namen machen konnte. Der Aufwand hat sich mehr als gelohnt und am Ende steht ein vollen Lebendiges Universum, dass man im Laufe des Spieles entdecken kann. Dazu gibt es zu sämtlichen Rassen, Orten und Begebenheiten ausführliche Texte, für die, die nicht genug bekommen können.

Haare in der Suppe
„Mass Effect“ kann man ohne Einschränkungen als Rollenspiel des Jahres bezeichnen. So eine dichte Atmosphäre können die wenigsten Titel vorweisen. Dennoch hat auch dieser Titel mit einigen Schwächen zu kämpfen.

Nach 12 Stunden ausgeflittert: Erfahrene Gamer brauchen keine 10 Stunden, um die Story einmal durchzuspielen.
Nebenquest nebensächlich: Soviel Mühe man sich auch bei der epischen

Hauptstory gegeben hat, so überflüssig kommen einem die Nebenquests vor. Diese stellen sich zumeist als einfache lande auf diesem Planeten, kämpfe gegen diese Söldnertruppe heraus.

Schönheit hat ihren Preis: So schön die Grafik auch gelungen sein mag, sie kommt mit einem hohen Preis. Selbst auf einer hochgezüchteten 512MB Grafikkarte muss der Engine regelmäßig nachladen. Zwar hat man das auf der Citadel Raumstation sehr schön gelöst, indem man während aufzugsfahren einen Newscast hört, der über die neuesten Politischen Entwicklungen aufklärt. Allerdings stören die immer wieder zwischendurch unvermittelt einsetzenden Nachladephasen den Spielfluß.

Kleine Schönheitsfehler: So gut die Übersetzung gelungen ist, einige kleine Schönheitsfehler hat die Lokalisierung abbekommen. So ist der Einsatz von Sie und Du teilweise etwas verwirrend eingesetzt.

Fazit
Mass Effect verspricht viel, kann aber das meiste davon halten. Ein SF-RPG wie es sein sollte, epische Story, atmosphärisches Gameplay, spannende Storyquests und das ist erst der Anfang. Geplant sind 2 Nachfolger und gemessen am Erfolg des ersten Teils sollte dem auch nichts im Wege stehen. Ein wenig mehr Inhalt und die oben beschriebenen Punkte weniger und Mass Effect wäre das Perfekte RPG! Wir sehen uns in der Galaxy!

Grafik: 9
Sound:9
Gameplay: 8
Atmosphäre: 10
Gesamt: 90