[Review] Impostor

Kino
Falk T. Puschmann

Impostor

Regie: Gary Fleder
Basierend auf der Kurzgeschichte „Impostor“ von Phillip K. Dick

Spencer Olham – Gary Sinise
Maya Olham – Madeleine Stowe
Agent Hathway – Vincent D’Onofrio
Mit Mekhi Phifer, Elizabeth Pena, Tony Shalhoub

Kurzinhalt
Wer kennt das nicht. Man steht eines morgens auf, denkt an nichts Böses, grüßt seinen Nachbarn…und kaum in der Arbeit angelangt, ist man Staatsfeind Nummer 1. Genau diese Erfahrung muss Spencer Olham machen. Der unbescholtene Rüstungsingenieur soll über Nacht durch einen Außerirdischen Invasoren ausgetauscht worden sein, der einen Anschlag auf die Kanzlerin ausführen soll.

Das Versucht ihm zumindest der Sicherheitsagent Hathaway einzureden. Angeblich soll er einen biologischen und nicht zu detektierenden Sprengkopf im Bauch haben. Bevor Hathaway mit einer überdimensionalen Mischung aus Magensonde und Mixer den Beweis antreten kann, flieht Olham im letzten Moment. Unterwegs trifft er Cale, einen Outlaw, der ihm dabei helfen soll, Beweise für das kleine Missverständnis zu finden. Doch der skrupellose Hathaway ist den beiden auf den Fersen und lässt nichts unversucht Spencer unter die Erde zu bekommen.

Kritik
Leider passiert es immer wieder, dass an sich gute Filme hierzulande nicht den Weg ins Kino schaffen, sondern bestenfalls in Videotheken verstauben wie z.B. „The Frighteners“ (Spukmähr von Peter Jackson mit Michael J. Fox) oder „Equilibrium“ (mit „American Psycho“ Christian Bale). Zu dieser Gattung zählt ebenfalls unzweifelhaft „Impostor“.

Regisseur Gary Fleder, bisher eher aus der Thrillerecke bekannt (u.a. Kiss the Girls), zeigt das er sich auch in der SF-Ecke gut auskennt. Dabei beweist der Film, dass man auch mit geringerem Budget, gutes SF-Kino machen kann. Die Optik ist natürlich nicht ganz so verspielt wie bei „Minority Report“, setzt aber durch seinen wohl dosierten Einsatz von futuristischen Betonbauten und CGI ganz eigene Akzente. Außerdem kommen viele kleine Details wie Displays und Nachrichten VRs hinzu. Darüber hinaus schafft es der Film auch, seine Straßen sehr gut zu bevölkern, und so eine beklemmend lebendige Welt zu zeigen.

Phillip K. Dicks Vorlage wurde nur in der grob Story verwendet. Darum wurde noch einiges an Zusatzelementen eingewebt. Überrascht liest man im Vorspann bei Story u.a. den Namen David Twohy. Der ist uns ja nur zu bekannt als Regisseur und Macher von SF-Perlen wie “Pitch Black”, “Chronicles of Riddick”, “the arrival” und der U-Boot-Spuk-Mähr “Below”. Eine Entscheidung die sich als Glücksgriff erwies, konnte Twohy noch eine Storytwist einbauen, die vor allem passionierten Dick-Lesern ein gewohntes, aber auch irgendwie anderes Ende der Geschichte erleben lässt.

Die Besetzung setzt sich durchgehend aus B-Level Stars zusammen.

Die Hauptrolle spielt der charismatische Gary Sinise, der bis jetzt eher selten in Hauptrollen zu sehen war. So spielte er u.a. Im TV-Mehrteiler „the Stand“, basierend auf dem gleichnamigen Stephen King-Roman und dem epischen-Super-Gau „Mission to Mars“ unter der Regie von Brian de Palma mit, hat aber auch schon mit der Steinman-Verfilmung „Von Menschen und Mäusen“ Talent hinter der Kamera bewiesen. Ansonsten spielte er auch oft den bad guy, wie z.B. in „Randsom“, mit Mel Gibson, „Reindeer Games“, von John Frankenheimer und „Snake Eyes“, auch von Brian de Palma. In „Impostor“ spielt er Dr. Spencer Olham, ein Waffenentwickler der angeblich von einer außerirdischen Attentäter ersetzt worden ist.

Als seine Ehefrau erleben wir Madeleine „Bad Girls“ Stowe (u.a. auch „die Tochter des Generals“ und Terry Gilliams Weltuntergangsstory „12Monkeys“, die allerdings bis zum Ende eher nur eine Nebenrolle spielt, und eigentlich fast schon Vernachlässigbar ist, hätte sie nicht noch am Schluss Ihren großen Auftritt.

Als Gegenspieler des Paares dürfen wir einmal mehr Vincent D’Onofrio erleben, der einmal mehr seinem Ruf als Psycho No. 1 („the Cell“, „13th Floor“) gerecht wird.

Außerdem dabei als Olhams Helfershelfer: Mekhi Pipher, den man u.a. auch im Wieder-Auferstandenen-Remake von „Dawn of the Dead“ sehen kann. Eine weitere Nebenrolle gab es auch noch für Elizabeth Pena („Jacobs Ladder“, u.v.m.) die eine Ärztin im Armenghetto spielen darf und damit die bekannten Gesichter unter der Cast beschließt.

Zum Schluss muss eines allerdings doch noch eines erwähnt werden: Das Intro zum Film ist teilweise geklaut. Um die Angriffe der Aliens darzustellen, mussten z.B. Szenen aus „Starship Troopers“ und „Armageddon“ herhalten, die sich allerdings harmonisch in den Film eingliedern, dafür mussten im Film die „Starship Troopers“-Rüstungen wiederverwendet werden … Sparen auf Hollywoodisch!

Fazit
Ein solider SF-Thriller, in den man zumindest mal rein geschaut haben sollte. Er sieht gut aus, ist kurzweilig und hat ein Ende, mit dem man zumindest nicht so direkt rechnet. Auch wenn es nicht der große Wurf ist, hat er deutlich mehr als dieses Schattendasein verdient! Wer einen Blick riskieren möchte, kann sich inzwischen den Film mir deutscher Synchro auf DVD leihen oder recht günstig kaufen.

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