[Review] Star Wars Episode III – Die Rache der Sith

Kino
Falk T. Puschmann

StarWars Episode III – Die Rache der Sith

Regie: George Lucas
Buch: George Lucas
Musik: John Williams

Ewan McGregor = Obi-Wan Kenobi
Hayden Christian = Anakin Skywalker
Natalie Portman = Padmé Amidala
Ian McDiarmid = Palpatine / Sidious
Samuel L. Jackson = Mace Windu
Jimmy Smith = Senator Bail Organa
Christopher Lee = Count Dooku
Frank Oz = Yoda (seine Stimme)
Anthony Daniels = C3PO
Kenny Baker = R2D2
Wayne Pygram = Govenor Tarkin

Kurzinhalt
In den Wirren des Klonkriegs ist es dem Anführer der Droidenarmee General Grievous gelungen, Kanzler Palpatine in seine Gewalt zubringen und auf sein Basisschiff zu verschleppen. Während im Orbit eine große Schlacht zwischen Separatisten und Republik tobt, schleichen sich Obi-Wan und Anakin an Bord des Kommandoschiffs, um Palpatine zu befreien. Schnell finden sich die beiden in einer Falle wieder, die allerdings nur wieder ein weiterer Teil im großen Schachspiel um die Zukunft der Republik ist.

Längst hat der Sith-Orden die Kontrolle über den Senat erlangt und die Jedi beginnen erst langsam zu ahnen, was für ein Spiel hinter ihrem Rücken getrieben wird. Dem Jedi-Rat wird klar, dass ihr letzter Trumpf Anakin am Wanken ist. Anakins neuer Menthor Kanzler Palpatine hat andere Pläne mit dem Jungen.

Während Yoda auf Kashyyk für Ordnung sorgen muss und Obi-Wan hinter General Grievous her jagt sieht Palpatine seine große Chance. Anakin, von Visionen vom Tod Padmés heimgesucht, wird von Palpatine mit der dunklen Seite in Versuchung geführt und das Verhängnis nimmt seinen Lauf

Kritik
Da ist er nun, der letzte Teil, das letzte Kapitel im Skywalker- Familienalbum. Selten blickt die Welt mit so großer Spannung auf das traurige und dramatische Ende einer Filmtrilogie. Keine noch so ausgefeilte Rettungsaktion wird unsere Helden vor ihrem Schicksal bewahren, das Zuschauer bereits seit 1979 kennen. Kein Happy End in Sicht!

Aber sind wir mal ehrlich, jeder der in diesen Film geht, weiß was ihn erwartet: Die Geburt eines der wohl einflussreichsten Bösewichtes unserer Pop-Kultur. Wir erleben den letzten Schritt der Transformation vom einstigen Wunderknaben Anakin Skywalker zum ewig röchelnden Darth Vader.

Wir sehen das Ende der schon berühmten Klonkriege, die Auslöschung des Jedi-Ordens und das Ende des ersten Kapitels der Galaktischen Soap Opera aller Zeiten. Liebe, Krieg, Intrigen und Verrat, Episode III hat von allem was! Dabei bedient sich Master Lucas wieder aus mannigfaltigsten Quellen.

Herausgekommen ist ein buntes, allerdings sehr düsteres Blockbuster Happening, dass endlich auch wieder die Fans der ersten Trilogie versöhnen durfte. Wir erleben den Beginn des galaktischen Imperiums, sehen den Bau des Todessterns und erleben zum ersten Mal seit über 20 Jahren Darth Vader in Kape und Maske. Im Original wird auch wieder der Mime James Earl Jones ins Micro husten, die Deutsche Fassung wird – wenn man dem Trailer Glauben schenken darf – mit Rainer Schöne vorlieb nehmen dürfen, da die Originalbesetzung nicht mehr zur Verfügung steht! Luke und Lea erblicken das Licht der Welt, wir besuchen Kashykk, den Planeten der Wookie, und treffen kurz Chebacca. Sogar Govenor Talkin, späterer Senatsvorsitzender und Miesepeter darf kurz durchs Bild laufen! Auch Alderaan ist kurz zu sehen. Die obligatorische Stippvisite auf Tatoine darf natürlich auch nicht fehlen.

Das Ganze ist Lucas typisch wieder in sehr viel CGI verpackt, mit viel Liebe zum Detail. Zwar sehen wir auch in diesem Film keine wirklich neuen Bilder – doch das gesehene ist immer noch fulluminant umgesetzt. Besonders bei den Lichtschwertduellen sieht man noch eine deutliche Steigerung zum letzten Film, bedenke man, dass hier die Darsteller selber ran mussten.

Die Besetzung erweist sich kaum als Überraschung. Alle wichtigen Darsteller der Vorfilme sind auch bei Teil 3 wieder mit im Boot. Ewan McGragor durfte sich diesmal einen Qui-Gon-Bart stehen lassen, lieferte aber ansonsten wieder eine gute Vorstellung ab. Etwas farblos wirkte Hayden Christian, der natürlich den schwersten Dreh hatte, dafür am Ende aber ins Vader Kostüm schlüpfen durfte. Etwas abseits vom Schuss war diesmal Natalie Portman, die leider nur noch schmückendes Beiwerk sein durfte und erst gegen Ende einige emotionale Szenen bekam. Samuel L. Jacksons Rolle fiel diesmal etwas umfangreicher aus, was den armen allerdings nicht vor seinem grausamen Schicksal bewahrte. Ian McDiarmid ist einmal mehr als Palpatine zu sehen, der im Film ohne große Erklärung sein Gesicht vom lieben netten Opa der Nation in das Perfekte Testimonial für Faltencreme verwandelt. Zu Risiken und Nebenwirkungen der Dunklen Seite fragen Sie Ihren Imperator oder lynchen Sie den Jedi Ihres Vertrauens! Eine Überraschung findet sich dann doch noch auf der Cast-Liste, die allerdings nur wirklich suchenden auffallen wird: Wayne Pygram kennt der Eingeweihte eher aus einem anderen Franchise, nämlich als gefrellten Oberschurken Scorpius. Diesmal ist er ohne Maske in der wortlosen Rolle des Govenor Talkins zu sehen und man muss sagen, eine gewisse Ähnlichkeit mit Peter Cushing – der Original Besetzung – ist nicht von der Hand zu weisen!

Kommen wir aber zum wohl wichtigsten Nebenakteur der Sternenkriegersaga: Der Musik. Natürlich durfte die Williameske-Epochal-Untermalung auch dieses Mal nicht fehlen. Allerdings vermisst der aufmerksame Zuhörer ein wirklich klares neues Thema. Doch so leicht sollte man nicht aufgeben, denn das Thema zu “A Hero falls” geht erst beim öfter hören ins Ohr. Tipp des Rezensent: Vorher mehrfach sich mit dem Musikvideo auf der StarWars.com Seite einstimmen lassen. Alternativ gibt’s das übrigens auch auf der bei jedem Episode III-Soundtrack enthaltenen DVD gratis on Top, zusammen mit einer 70 minütigen, musikalischen Reise durch das Star Wars Universum. Ansonsten haben sich viele andere bekannte Melodien in den Soundtrack eingeschlichen, die vor allem eine Verbindung von alter zu neuer Trilogie schaffen soll. Zwar haben wir es nicht mit John Williams Meisterwerk zu tun, doch die Score ist dem Film würdig und schafft unheimliche Republikuntergangsstimmung, die vor allem mit vielen Chorälen unterstützt wird.

Nehmen wir kurz und schmerzlos alle Fakten mal zusammen. Die Cast ist alles in allem Stimmig und keiner Tanz aus der Reihe. Die Geschichte ist recht umfangreich und wird in gut 140 Minuten kurzweilig erzählt, nur einige wenige Längen trüben den Gesamteindruck etwas. Top ist allerdings die Dichte Star Wars-Atmosphäre und natürlich gibt es wieder kräftig was auf die Augen und Ohren. Die vielen kleinen Anspielungen an die späteren Filme machen Spaß und Lust, die alte Trilogie wieder einmal hervor zu kramen. Auch diesmal landeten einige Szenen im Papierkorb, es bleibt allerdings abzuwarten, ob Lucas wie bei DVD zu Episode I oder II noch einige Szenen wieder in den Film schneidet. Zuzutrauen wäre ihm sowohl das, wie auch eine weitere Trilogie, denn da ist noch einiges zu erzählen, aus der Galaxie weit, weit entfernt. Alleine über einen größeren und kleineren Logikfehler muss großzügig hinweggesehen werden.

Fazit
Wer mit den ersten beiden Episoden haderte, sollte „Revenge of the Sith“ versöhnlich finden. Es ist definitiv der beste Film der Vortrilogie, auch wenn auch dieser Teil definitiv ein Produkt des neuen Millenniums ist. Ein würdiger Abschluss der Saga und trotz der sehr düsteren Bilder kommt der Film ohne Blut aus. Eine FSK 12 sollte also kein Problem werden, auch wenn das Ende von Anakin schon sehr hart an der Grenze entlang schrammt. Möge die Freiwillige Selbstkontrolle mit uns sein!

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