Sinking Island – Ein guter Ansatz versenkt

Das Adventurespiel hats dieser Tage nicht leicht. Lang ist die Zeit von Perlen wie „Maniac Mansion“ und „SpaceQuest“ vorbei. Heute, in der Zeit von epischen Multiplayer Shootern oder schicken voll skalierbaren Strategiefegern, nimmt das Adventure nur noch eine Nischenplatz ein. Adventures die punkten wollen, müssen entweder mit Shooterelementen gekreuzt werden, oder durch Story und Atmosphäre punkten. Ein Spiel, das genau letzteres versucht ist „Sinking Island“ aus dem Hause Daedalic/Xider.

Zum Inhalt: Was für Ermittler Jack Norm als Routineuntersuchung eines Unfalls auf einer kleinen, malerischen Malediveninsel beginnt. Entpuppt sich schnell als verwobenes Mordkomplott. Wer hat den Reichen Hotelmagnaten Walter Jones auf dem Gewissen? Am Ende stehen zehn Verdächtige, die es zu verhören und mittels gesammelten Beweisen zu überführen gilt…

Zum Spiel: „Sinking Island“ ist ein klassisches Mördermystery in exotischer Kulisse. Neu dabei ist ein ausgeklügeltes Ermittlungstool, mit dem alle vorliegenden Aussagen, Indizien und Fakten geprüft, verknüpft und zu einer Beweiskette zusammengesetzt werden können. Der Rest des Spiels gestaltet sich in Adventuretypischer Point&Click-Manie. Dabei bewegt sich die Spielfigur allerdings recht hölzern durch dafür um so detailreichere Insellandschaften. Dir künstlerische Leitung des Projekts verantwortete Benoit Sokal, den viele sicher noch von den erfolgreichen beiden Siberia-Abenteuern im Gedächtnis haben werden. Allerdings gehört zu einem guten Spiel neben schicker Grafik auch das Gameplay und das Interface mit dazu, und hier versagt „Sinking Island“ leider auf fast der ganzen Linie. Es sind viele Kleinigkeiten, die allerdings die Langzeitmotivation und den Spielspass recht schnell abtöten und am Ende ist es mehr ein Gedulds- als ein Kriminalspiel. So sind ist die Insel und das gigantische Hotel sehr schön anzusehen und die Hintergrundmusik von Christophe Jaquelin stimmig, aber das sture Navigieren durch Dialoge, die man einfach nur durchklicken könnte, wenn sie sich abbrechen ließen, macht den guten Eindruck wieder zu Nichte. Auch die langen Strecken von Punkt a.) nach Punkt b.) hätten mittels Kartenfunktion einfach beheben können. Da macht auch das raffinierteste Spurenanalysetool die Kuh nicht mehr fett. Und dafür ist die erzählte Geschichte nicht annähernd spannend genug erzählt.

Fazit: Am Ende bleibt ein sehr guter Ansatz, der allerdings von vielen Unstimmigkeiten überschattet wird. Eine Kartenfunktion, die Möglichkeit Dialoge abzukürzen, bzw. noch besser, diese Interaktiver zu gestalten hätten dem Titel gut getan. So bleibt am Ende nur eine schöne Atmosphäre, die dafür überzeugt. Wer Krimis mag, über eine Engelsgeduld verfügt und über überdurchschnittlich viel Zeit verfügt kann aber durchaus einmal anspielen.