Tag 18 – Gefangen in Virtuellen Welten?!

Copyright Falk T. Puschmann

Hallo Zusammen,

als Nerd und Technikenthusiast verfolge ich seit Jahren mit großem Interesse die Entwicklung von Virtual Reality. Wer erinnert sich noch an den Film „Tron“, der in den 80iger Jahren uns in eine Virtuelle Welt im Computer mitnahm. Das Konzept mittels eines Headsets in dieses künstliche Universum einzutreten habe ich das erste mal bewusst in den frühen 90igern wahrgenommen, als die ersten Helmsysteme in den Verkauf kamen. Für – ich glaube es waren – rund zwei bis dreitausend Euro konnte man sich den noch sehr klobigen Datenhelm nach Hause holen. Doch gab es praktisch keine wirkliche Software dafür und die Technik war durch die Rechenleistung der Maschinen dieser Zeit natürlich stark eingeschränkt.

Ich erinnere mich auch noch gut an den Film „Der Rasenmähermann“ der lohse auf einer Stephen King Story basierte und schon einen guten Einblick in die Möglichkeiten von VR gab – ich empfehle hier klar den längeren Director’s Cut, der viele für mich wichtige Storyerweiterungen enthält. Der Boom blieb aber aus, denn die Hardware konnte zu wenig leisten und war dafür mächtig teuer.

Als vor ein paar Jahren dann der neue Boom begann und die Oculus Rift per Crowdfunding die ersten Developer Kits an die Leute brachte, erwachte mein Interesse erneut. Ich habe jedoch der Versuchung widerstanden, mir bereits eines der ersten Dev Kits nach Hause zu holen – ich war zu dem Zeitpunkt nicht mehr genug Bastler, um den Invest von 300$ zu wagen. Als Brillenträger hatte man mit den ersten Modellen nämlich weniger Spaß.

Seit diesem Jahr gibt es nun die ersten Systeme zu bezahlbaren Preisen. Hier ein kleiner und nicht unbedingt vollständiger Überblick über die verfügbaren Systeme:

Google Cardboard VR

Den erschwinglichen Einstieg kann man mit Google Cardboard wagen. Das von Google bereits vor Jahren entwickelte Simpel-VR System lässt sich zumeist aus Pappe (für ein paar Euro mehr gibt es auch wertigere Varianten) zusammen falten. Als Display dient das Smart Phone des Besitzers. Android und iOS Software gibt es auch zuhauf. Ich empfehle hier vor allem einen 360 Grad Videoplayer. Zum wirklichen Spielen taugt das allerdings in meinen Augen noch nicht – vielmehr gibt es einen netten Einblick, wie VR funktioniert und bietet ein paar nette Techdemos. Für 10-20,-€ kann man sich da nicht wirklich beschweren.

Samsung GEAR VR

Für Besitzer eines Samsung Smartphones sicher eine Überlegung wert. Für rund 100,-€ bekommt man das Headset. Ausprobiert habe ich es selbst noch nicht, kann daher nur bedingt etwas dazu sagen. Ich würde es aber etwas über dem Google VR einordnen mit ähnlichen Anwendungen.

Playstation VR

Das gerade frisch erschienene Playstation VR System ist mit seinen 400,-€ im guten Mittelfeld und bietet gerade für Spieler und Besitzer einer PlayStation 4 (egal welche Generation) einen schönen Einstieg. Zwar sieht man gerade in Menüs schon den ein oder anderen Pixel, doch in den Spielen selbst geht der Effekt in der Aktion schnell unter. Wer keine PS 4 Kamera besitzt muss diese noch dazu erwerben, man bleibt aber trotzdem noch deutlich unter den Preisen der großen. Einschränkungen gibt es in der Beweglichkeit, da das Tracking über die Kamera nicht ganz so flexibel ist, wie bei Oculus oder Vive, aber für Spiele im Sitzen funktioniert das für mich Anstandslos. Als SciFi-Nerd hat es mir EVE Valkyre besonders angetan. VR fürs Wohnzimmer mit – in meinen Augen – deutlich mehr Potential als seinerzeit Xbox Kinect. Unterstützt werden übrigens auch die bereits von der PS3 bekannten Move Controller, zwingend benötigt werden diese jedoch meines Wissens nicht, der Dial Shock Controller tut es für den Anfang auf jeden Fall.

Oculus Rift

Mit Oculus hat der erneute VR Boom 2013 wieder angefangen. Die Hardware hat sich seit Tagen des Devkit 1 & 2 natürlich deutlich verbessert, doch muss ein kräftiger PC mit guter Grafikkarte vorhanden sein, sonst schaut man in die Röhre. Letztendlich war das der Grund, weshalb ich mich am Ende für mich gegen Oculus, aber auch Vive entschieden habe, denn neben kosten für das Headset von 700,-€ – bedient wird Oculus mit einem Gaming Controller da die VR Controller erst noch erscheinen – wäre ein Tausender für neue PC Hardware notwendig geworden. Wenn Ihr wissen wollt, ob Euer PC die nötigen Specs hat, es gibt eine kostenlose Software, die das überprüft, bevor man sich das Gerät dann kauft. Interessant ist sicher auch noch zu erwähnen, dass Facebook Oclulus aufgekauft hat. Ob wir also irgendwann bald mal eine VR Version von Facebooks Portal erleben werden – warten wir es ab. Von Oclulus konnte ich schon beide Dev-Kit-Varianten ausprobieren.

HTC Vive

Die Vive ist das technisch wohl Beste, aber auch teuerste Paket. Dank Steam VR-Unterstützung ist auch einiges an Spielen schon vorhanden. Außerdem bringt die VIVE die ersten dafür spezifisch entwickelte VR Controller mit. Ausprobieren konnte ich es leider bis dato noch nicht, kann daher wenig über das VR- bzw. Spielegefühl sagen. Was man aber liest und hört, bietet die VIVE aktuell das ausgereifteste VR-Erlebnis. Hier ist man mit gut motorisierten Computer ab 900,-€ dabei – enthalten sind dabei aber auch 2 Controller.

Ich selbst sammele gerade meine Erfahrungen mit der Playstation VR und werde wohl demnächst hier noch etwas detaillierter über das Thema schreiben. Für mich ist dabei natürlich besonders interessant, wie man die neue Technik fürs Geschichtenerzählen nutzen kann. Habt Ihr VR schon ausprobiert oder was wünscht ihr Euch von der neuen Technologie?

Grüße aus dem Testlabor,

Euer Falk

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